Historie

Hier können Sie die ersten Seiten der
Chronik des Posaunenchores Löchgau
nachlesen. Die Chronik wurde von Klaus-Peter Röcker im März 1963 begonnen und von da an bis zu seinem Wegzug aus Löchgau fortlaufend ergänzt.


Diese Chronik des Posaunenchores Löchgau ist kein vollkommenes, literarisches Werk eines Schriftstellers, und kommt nicht fehlerlos gedruckt aus einer Druckerei, sondern ist vielmehr das Werk eines Laien, der liebevoll und mit inniger Freude sein Instrument in der Gemeinschaft des Posaunenchores bläst.

Aus der engen Verbundenheit mit dem Löchgauer Posaunenchor heraus, der mich beauftragt hat, die Chronik niederzuschreiben, mache ich dem

Posaunenchor Löchgau

die Freude, dieses Büchlein, begonnen mit meinen Worten, in denen ich versuche, die markanten Punkte aus der Geschichte des Chores festzuhalten, und mit sorgfältig ausgewählten Bildern, zu schenken.

Löchgau, im März 1963

Klaus-Peter Röcker

Vorgeschichte

Die Geschichte des Posaunenchores von Löchgau beginnt eigentlich am 31. August 1957. Damals heiratete der fünfte Sohn des derzeitigen Dekans unseres Kirchenbezirkes Besigheim, Herr Ulrich Sting, ein Löchgauer Mädel. Es war die jüngste Tochter des Kirchengemeinderates Christian Veigel aus der Steinbachstraße, mit Namen Gisela. 

In dieser Zeit stand es mit der gesamten evang. Jugendarbeit in Löchgau sehr schlecht. Schnell war man bei der Hand, Herrn Sting, der sich in der Zwischenzeit in Löchgau ganz gut eingelebt hatte, zur Mitarbeit zu bewegen. Er musste doch wissen, was Jugendarbeit ist und wie man das macht, wenn er aus einem Pfarrhaus kommt.

Als er darum befragt wurde, überlegte er nicht lange, sondern lehnte dankend ab und machte uns schweigen mit den Worten: „Ich habe anderes vor.“
Man ließ ihn gewähren.

Am 4. Mai 1958 fand in Ulm der 18. Württ. Landesposaunentag statt. Herr Sting, der im Posaunenchor Besigheim noch als Tubabläser mitspielte, hat mich als seinen Nachbarn zu diesem großen Tage der Bläser eingeladen. Ich habe diese Einladung gerne angenommen und gab sie an Volker Speidel weiter, der auch mit Freude zusagte. So fuhren zum ersten Mal Löchgauer zu einem Landesposaunentag nach Ulm.

Morgens um 5 Uhr begann der Tag. Wir beide konnten in Besigheim in einen Sonderzug einsteigen, der direkt zum Posaunentag nach Ulm fuhr. Dieser Tag war ein großes Erlebnis für uns, denn noch nie hatten wir Posaunenbläser spielen gehört, geschweige denn gleich 6000 auf einmal. Damals ahnten wir nicht, dass wir schon beim nächsten Landesposaunentag als Bläser dabei sein könnten. Lange blieb uns dieser große Tag, der unter der Losung

Frei durch Christus

stand, unvergessen in unseren Herzen.

Im Sommer 1958 war ich aus nachbarlicher Freundschaft zu Gast bei Familie Sting. Auf einmal rückte Ulrich Sting mit seinen Plänen heraus und sagt: „Ich möchte in Löchgau einen Posaunenchor gründen.“ Gleichzeitig hat er mich gebeten als Erster ein Instrument, eine Trompete, zu übernehmen. Mit großer Freude habe ich dazu ja gesagt, und schon nach drei Übungstagen erklang der erste Choral aus meiner Trompete.

Als weitere Bläser hat Herr Sting Siegfried Flaig für den Sopran und Volker Speidel und Harald Fuchs für den Alt ausersehen, die alle auch gerne bereit waren mitzumachen.

Albert Scheuermann, ein Reingeschmeckter – gebürtig aus Großsachsenheim –, der früher schon geblasen hatte, übernahm ein Tenorhorn und Ulrich Sting die Bassstimme mit der Tuba. So war ein vollständiger Posaunenchor entstanden und Ulrich Stings Pläne waren Wirklichkeit geworden.

Am 30. November 1958 (1. Advent) wirkte der junge Posaunenchor im Gottesdienst mit. Zum ersten Mal sah die Löchgauer Kirchengemeinde den Posaunenchor Löchgau, und hörte Klänge, die ihr noch recht fremd waren. 

Der evang. Singkreis Löchgau veranstaltete am 3. Advent 1958 in der Kirche eine Adventsmusik unter der Leitung seines Dirigenten, Frau Liselotte Röcker, bei der auch der Posaunenchor Besigheim mitwirkte. Aber auch wir neugebackene Bläser sorgten für Lautstärke. Keiner von uns kann es vergessen, als damals der Satz „Heil dem Land“ aus Judas Makkabäus von Georg Friedrich Händel erklang (PK 157).

Auch in der Weihnachtszeit 1958 konnte man uns manchmal in der Kirche blasen hören.

Und schon begann ein neues Jahr – 1959 – das im  Chorleben manche Ereignisse verzeichnen lässt.

Als der Organist unserer Kirche, Herr Friedrich Heeb, uns nochmal blasen gehört hatte, und unser Spiel scheinbar zu seiner Zufriedenheit ausgefallen war, erbot er sich als Dirigent unserem Chor vorzustehen. (Seither hatten wir ohne Dirigent geblasen.) Wir haben uns dieses Angebot nicht lange überlegt, sondern haben zugegriffen und sind noch heute für dieses Anerbieten von Herzen dankbar.

 Unsere Gemeindeschwester, Schwester Karoline Heinz, vom Diakonissen-Mutterhaus Stuttgart, die schon seit 1939 in unserem Ort mit großer Liebe und Treue ihren oft sehr schweren Dienst tut, konnte am 1. März 1959 ihr 20-jähriges Jubiläum in Löchgau feiern. Im betagten Alter von 59 Jahren, beging sie diesen hohen Festtag. Wir Bläser [...]